| Goldemar hält seit zehn Jahren in Herbede Hof |
|
|
|
Vor genau zehn Jahren hat Goldemar, der Zwergenkönig von Hardenstein, im Ortskern von Herbede Quartier bezogen. Bei seinem Transport am 27. Juni 2001 zu seinem Domizil an der Meesmannstraße hatte er seinem zerstörerischen Ruf noch einmal alle Ehre gemacht - deshalb hofft ganz Herbede, dass der grimmige Gnom dieses Jubiläum einfach verschläft.
Das in monatelanger Arbeit von der Künstlerin Almut Rybarsch auf dem elterlichen Grundstück geschaffene fünf Meter hohe Denkmal war am Morgen jenes 27. Juni von einem Kran an den Haken genommen worden. Mit einem Lastwagen wurde es, aufrecht stehend, zu seinem Bestimmungsort gefahren. Auf dem Weg dorthin riss Goldemar ein über die Wittener Straße gespanntes Transparentseil der Firma Möbel Weber ab. „Nur wenige Meter weiter mähte er die Ampelanlage Voestenstraße um und versetzte die Fußgänger in Panik“, erinnert sich der Vater der Künstlerin, der Wittener Hörgeräteakustikermeister Paul Rybarsch. Bei seiner Enthüllung durch den damaligen Wittener Bürgermeister Klaus Lohmann setzte Goldemar noch einen drauf: Er ließ dunkle Wolken aufziehen, die sich dann, mitten in den Feierlichkeiten, blitzartig ergossen. „Nur wenige Zuschauer hatten das Glück, sich vor den Wassermassen zu retten“, weiß Paul Rybarsch. Seit der Zeit erinnere das Denkmal aber friedlich an seinen Treppensturz, den er der Sage nach zum Anlass nahm, Hardenstein zu verfluchen und es zu verlassen - nicht ohne zuvor den vorwitzigen Küchenjungen, der ihn zu Fall gebracht hatte, in der Luft zu zerreißen. Rybarsch selbst hat die Sage in einem kleinen Begleittext zur Plastik seiner Tochter verewigt - mit Zeichnungen des damals 18-jährigen Witteners Gero Pester. Es endet mit den Worten: „Möge aber König Goldemar weiterleben, mitten unter uns Herbedern.“
|